Home | Kontakt | Logos | Sitemap | Login | Impressum
GSS Gesundheits-Service Siegen gem. GmbH (GSS Wohn- und Pflegeeinrichtungen)

Erfolgsfaktor Mitarbeiterorientierung

Gestaltungsbereich: Unternehmens-/ Organisationsentwicklung (Aufbau- Ablauforganisation)

zur Übersicht

Zusammenfassung

Vier Alten- und Pflegeeinrichtungen des Gesundheitsservice Siegen GSSDas Marienheim aus Siegen ist seit dem Jahr 1996 eine Teileinrichtung der GSS Wohn- und Pflegeeinrichtungen. Träger ist die GSS Gesundheits-Service Siegen gem. GmbH. Christoph Rzisnik und Hans-Jürgen Winkelmann zeichnen als Geschäftsführer für den Träger verantwortlich.

Das Marienheim wurde als erstes Altenheim in Deutschland im Jahr 2005 nach dem Verfahren „qu.int.as“ der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) zertifiziert. Im Jahr 2006 erfolgte die Gemeinschaftszertifizierung mit den anderen Altenheimen der GSS Wohn- und Pflegeeinrichtungen.

Seit 1996 gehört das Marienheim zu einem Verbund von vier weiteren Altenpflegeheimen und wird als Gesundheitsservice Siegen GSS geführt.

Die GSS Wohn- und Pflegeeinrichtungen ist im Bezug auf Qualitätsmanagement in der Altenpflege Vorreiter. Bereits vor der Einführung von qu.int.as hat sich das Unternehmen mit den Qualitätsmanagementregeln für den Gesundheitsdienst, dem „Normativen Dokument“ der BGW, orientiert. Es beschreibt seine besonderen Aktivitäten, um Mitarbeiter in den ständigen Verbesserungsprozess einzubinden.

„Ein mühsamer, lohnenswerter Weg“, erklärt Willi Ax, der als Direktor die GSS Wohn- und Pflegeeinrichtungen führt. Doch mittels branchenspezifischer angemessener Verbesserungen von Prozessen ist die Einrichtung mit den vier Häusern inzwischen zu einem respektablen, wettbewerbsfähigen und bei den Bewohnern beliebten Haus geworden. Die Wartelisten für einen Platz in einem der Pflegeheime zeigen, dass die Qualität auch nach Außen zum Kunden dringt, weil sie nach innen hin gelebt wird.

Auslösendes Ereignis

Nach dem Umbau und der Renovierung in den Jahren 1994 und 1995 gelangte das Marienheim im Jahr 1996 unter neuer Trägerschaft. Das seitdem als Teileinrichtung der GSS Wohn- und Pflegeeinrichtungen geführte Altenheim erhielt zunächst neue Managementstrukturen; eine elektronische Bewohnerverwaltung und eine Pflegedokumentation wurden eingeführt. Die damit gestartete innovative Ausrichtung des Unternehmens durchdrang die Architektur, die  Arbeitsplätze, die Bereiche für Bewohner und die elektronische Datenverarbeitung. Sie machte auch vor einschneidenden organisatorischen Veränderungen nicht Halt.

„Solche Umbrüche bedürfen einer soliden Struktur. Und so lag es nahe, sich den Grundsätzen eines modernen Qualitätsmanagements zu unterwerfen“, berichtet Willi Ax.  Von 1997 bis 1998 arbeitete das Marienheim als erstes Altenpflegeheim in Deutschland daran, effiziente Strukturen des Qualitätsmanagements einzuführen. Die guten Erfahrungen bei der Anwendung auf ein „klassisches“ Altenheim bewegte das ganze Unternehmen. Althergebrachte Denkensweisen wurden verändert und Bereiche neu geregelt. Gleichzeitig galt es, den Mitarbeitern zu vermitteln, dass der Betrieb kein "nur Altenheim" sei, sondern eine wertschöpfende und wertschätzende Einrichtung für die Beschäftigten, den Kunden (Bewohner) und für seine Angehörigen.

Die BGW wurde rasch auf das Engagement aufmerksam und bot dem Unternehmen eine Kooperation zur Einführung eines Qualitätsmanagements nach dem sogenannten "Normativen Dokument" - dem Vorläufer von qu.int.as - an. „Mit der erfolgreichen Zertifizierung in 1998 fing dann die Arbeit erst richtig an!“, berichtet Direktor Ax. Im Fokus hatten die engagierten Kolleginnen und Kollegen des Steuerungsteams unter der Leitung der späteren Qualitätsmanagerin Bärbel Brandt die Gesundheit der Mitarbeiter. So widmete man sich Themen, die für alle Beteiligten von höchster Bedeutung waren.

Ziel

Mit Einführung von qu.int.as verfolgte die Gesamteinrichtung das Ziel, den positiven wirtschaftlichen Trend beizubehalten und sich ständig zu verbessern.  Zu den Teilzielen gehörten:


Lösungsweg

Das Marienheim startete den organisatorischen Verbesserungsprozess parallel zur Einführung der EDV im Unternehmen. Dies war nur möglich, nachdem umfangreiche Umbauarbeiten stattgefunden hatten. Mit der Schaffung technischer  Rahmenbedingungen war es möglich, das integrierte Qualitätsmanagement-System mit EDV-Unterstützung einzuführen. Gleichzeitig wurde auch das Mobiliar in den Dienstzimmern und Bewohnerzimmer nach Stand der Technik beschafft. Dies prägte und unterstützte die insgesamt sehr positive Grundeinstellung zur Einführung des Managementsystems in der Einrichtung. Im Nachhinein lässt sich feststellen, dass der Zeitpunkt nicht günstiger hätte sein können; es wurde sowohl nach innen als auch nach außen hin sichtbar eine Umgestaltung des Hauses vorgenommen. Folgende Schritte durchlief das Projekt:

Schritt 1: Umfassende Analyse der Bereiche
Dabei wurden Prozesse geklärt: "Wie macht Ihr eine Ganzwaschung am Waschbecken?", "Welche Verbesserungsvorschläge habt ihr Euch schon selbst überlegt?" In dieser Phase galt vor allem das Gespräch als wichtigstes Medium. Checklisten waren nachrangig zu Gesprächsnotizen, um so eine partnerschaftliche und nicht "prüfende" Atmosphäre im Gespräch mit den Beschäftigten aufkommen zu lassen. Schließlich wurden Empfehlungen und Vorschläge der Beschäftigten im Ergebnisprotokoll zusammengetragen und für die Umsetzung im Qualitätsmanagement-System genutzt.

Schritt 2: Entwicklung von Standards
Aus Empfehlungen und Vorschlägen wurden Standards entwickelt – beispielsweise die Beschreibung der Abläufe typischer Arbeiten wie die Grundreinigung oder Ganzwaschung am Waschbecken. Die erforderlichen Expertenstandards im Sinne der Vorgaben des Deutschen Netzwerkes für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) wurden erarbeitet und in das QM-System integriert. Zu nennen sind beispielsweise Sturz-, Schmerz-, Dekubitus-Prophylaxe mit der Zielgruppe "Bewohner", das Verhalten in Notfallsituationen.

Schritt 3: Verbesserung der Qualität
Parallel zur Beschreibung der Abläufe in der Pflege wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität getroffen. Dazu gehörten: Intensive und zielgerichtete Qualifizierungsmaßnahmen - beispielsweise Seminare wie Kommunikationstraining,  Umgang mit dementen Bewohnern. Da zeitgleich die computergestützte Pflegedokumentation eingeführt wurde, nahmen alle Mitarbeiter auch an Computerkursen teil, was zu diesem Zeitpunkt für eine Altenpflegeeinrichtung ein Novum war. Dieses Qualifizierungsangebot mit gleichzeitiger Anwendung in der Praxis bewirkte eine hohe Aufwertung des Selbstbewusstseins aller Beschäftigten und der Berufssparte Altenpflege.

Schritt 4: Aufnahme des Arbeitsschutzes
Nach der Erstzertifizierung im Jahr 1998 wurde in Kapitel 21 der Aspekt Arbeitsschutz aufgenommen. Die Kriterien entnahm das Unternehmen dem „Normativen Dokument“ der BGW, dem Vorläufer von MAAS-BGW (Managementanforderung für den Arbeitsschutz).

Schritt 5: Weiterentwicklung des Handbuchs
Mit der Überarbeitung der ISO-Norm erfolgte das Umschreiben des Handbuchs nach der neuen ISO 9001:2000. Gefolgt wurden diese kontinuierlichen Aktualisierungen von der Einführung MAAS-BGW 2004 -2005, sowie auch hier erneut der Anpassung des QM-Handbuchs.

Erfolg

Die Rezertifizierung beziehungsweise gemeinschaftliche Neuzertifizierung aller Teileinrichtungen der GSS Wohn- und Pflegeeinrichtungen erfolgte im Jahr 2006. Wie im Lösungsweg beschrieben, konnte hier bereits qu.int.as integriert und erfolgreich zertifiziert werden. Mit der Zertifizierung wurde eines der Hauptziele erreicht: Eine nachweisliche kontinuierliche Verbesserung in der Organisation und im Arbeitsschutz der Einrichtung. Die Aktivitäten der Qualitätsmanagerin erhielten dadurch ein höheres Ansehen. Obwohl das Managementsystem schon rein formell die ständige Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorsieht, ist es doch immer wieder vom "Motor" einer Einrichtung abhängig - die Arbeitsgruppen oder die einzelnen Partner müssen sich tatsächlich engagieren.

Weitere Erfolge stellten sich Zugumzug ein: Obwohl bereits mit Einführung des Qualitätsmanagement-Systems im Jahr 1997 der Begriff "Kunde" verwandt wurde, dauerte es doch lange, bis sich eine konkretere Vorstellung hierzu entwickelte. Für den internen Kunden, d.h. Mitarbeiter, wurden entsprechend der Vorgaben aus MAAS-BGW die Arbeitsbedingungen überprüft und optimiert; zum Beispiel Einsatz von Hebehilfen, verbesserte Anlage in der Wäscherei, optimierte persönliche Schutzausrüstung.

Die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wurden durchleuchtet. „Es war auffällig, dass die Bedürfnisse der Bewohner anders als bisher erfüllt werden mussten. So sehr es auch schwer fiel“, berichtet Willi Ax. Aus einem "Bewohner oder Patienten" galt es, einen zufriedenen Kunden zu machen, um den sich die Mitarbeiterschaft immer wieder neu bemüht. Die Umgestaltung und die Veränderungen erfolgten in kleinen Schritten. Dabei stellte sich heraus, welche Bedeutung die verbale Übersetzung bisher eher "patientenorientierter", konservativer Begriffe hatte. Hier ein paar Beispiele:

Wirkung für die Gesamteinrichtung
Über die Aktivitäten im ersten Haus der GSS Wohn- und Pflegeeinrichtungen hinaus zeigte das QMS mit integriertem Arbeitsschutz im Marienheim Wirkung im Haus St. Elisabeth, Haus St. Klara und Haus Mutter Teresa. In allen vier Teileinrichtungen der GSS Wohn- und Pflegeeinrichtungen hat das gelebte Managementsystem vielfältige Auswirkungen:

Ausblick
Es bleiben die ständigen Herausforderungen einer Informationsvermittlung und Bewusstseinsförderung, um das Engagement der Mitarbeiter zu fördern. Ein Beispiel für die Förderung des Bewusstseins und für die Informationsvermittlung ist die Implementierung einer „Woche des Arbeitsschutzes“. Zu einem festen Zeitpunkt werden Fachleute eingeladen, die den Mitarbeitern typische Gefahrenquellen und Präventionsmaßnahmen darstellen. Der Start zur ersten Gesundheitswoche ist für das Jahr 2008 geplant.

Fazit
Durch die hohe Mitarbeiterorientierung ist die GSS Wohn- und Pflegeeinrichtungen auf einem gutem Weg, ihr integriertes Qualitätsmanagementsystem zu leben. Das System DIN EN ISO 9001:2000 in Verbindung mit den MAAS-BGW stellt gleichzeitig den nötigen "Motor" dar, das System in Bewegung zu halten.

Weiterführende Informationen

GSS Wohn- und Pflegeeinrichtung

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur MAAS-BGW

Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), hier: INQA-Pflege 



Betrieb

Betriebsname:GSS Gesundheits-Service Siegen gem. GmbH (GSS Wohn- und Pflegeeinrichtungen)
Straße:Friedrichstraße 128
PLZ:57072
Ort:Siegen
Internetadresse:www.marienkrankenhaus.com
Betriebsgröße:250 bis 999 Beschäftigte
Gründungsjahr:1929
Wirtschaftssektor:Gesundheits- und Sozialwesen

Berater/in

Firma/Institution:Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)
Name:Frauke Rotbart
Telefon:040 20207-0
Fax:040 20207 917
E-Mail:frauke.rotbart@bgw-online.de
Internetadresse:http://www.bgw-online.de

Bitte bewerten Sie nachfolgend kurz dieses Good-Practice-Beispiel.
Sie helfen uns damit, die Qualität stetig zu verbessern.
Vielen Dank !

Das Good-Practice-Beispiel finde ich ...

sehr hilfreich
hilfreich
nicht hilfreich

Wenn Sie möchten, können Sie das Good-Practice-Beispiel kommentieren ...




Gestaltungsbereich:

Unternehmens-/ Organisationsentwicklung (Aufbau- Ablauforganisation)

Organisatorische Maßnahmen zur Optimierung der Arbeitsabläufe und Produktionsprozesse unter Einbeziehung der Mitarbeiter (Kommunikation, Ausschüsse und Gremien, Teamarbeit, Software, Transparenz, Qualitätsmanagement etc.).




Frage-Antwort-Dialoge zur Fachkräftesicherung

Wieviele Toiletten werden für Beschäftigte im Krankenhaus benötigt? Wie groß muss der Sozialraum sein? mehr

Wie lange darf ich als LKW-Fahrer pro Tag maximal arbeiten, wenn noch weitere Arbeiten anfallen können? mehr

Können die Forderungen der ASR A2.3 (Alarmierung und Sichtverbindung) in Bezug auf gefangene Räume in einem bestehenden Bürogebäude gefordert werden? mehr

Frage-Antwort-Dialoge zur Arbeitsgestaltung

Muss ein privater Bauherr Helfer auf der Baustelle bei der Bau BG versichern? mehr

Ab wann muss eine arbeitsmedizinische Untersuchung G 20 für Lärm angeboten werden? mehr

Ist es richtig, dass Fahrzeuge mit TÜV-Kennzeichen nicht der jährlichen UVV-Prüfung nach DGUV Vorschrift 70 unterliegen? mehr

Frage-Antwort-Dialoge zum Arbeitsschutz

Müssen Arztbesuche während der Schwangerschaft nachgearbeitet werden? mehr

Gibt es eine Haltbarkeitsdauer bei Arbeitsschutzhelmen? Wenn ja, wie lange hält dies an? mehr

Wie lange darf ich als LKW-Fahrer pro Tag maximal arbeiten, wenn noch weitere Arbeiten anfallen können? mehr