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Lebenshilfe Lüneburg gGmbH

Ergonomie im Betrieb - Gesundheit für alle!

Gestaltungsbereich: Arbeitsschutzorganisation, Arbeitsmittel und Arbeitsumgebung

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Zusammenfassung

Schmerzpunkte symbolisieren Beschwerden der BeschäftigtenIm Oktober 2005 startete die Lebenshilfe Lüneburg gGmbH für insgesamt 6 Standorte mit jeweils 20 bis 300 Mitarbeitern und behinderten Beschäftigten Maßnahmen zur Ermittlung und Beurteilung ergonomischer Risiken und behindertengerechte Strategien zur konsequenten Umsetzung der Erkenntnisse. In Kooperation mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und dem Ergonomiecampus wurde ein mehrstufiges Verfahren in einem Pilotprojekt gestartet. In der ersten Stufe wurden alle Führungskräfte (Geschäftsführung, QMB, Gruppenleitungen, alle Mitglieder des ASA) in Workshops über die wesentlichen Anforderungen ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung und über vorteilhaftes Bewegungsverhalten unterwiesen. Die fachdidaktischen Möglichkeiten zum Transfer des erworbenen Wissens auf die behinderten Beschäftigten wurde hierbei diskutiert. In der zweiten Stufe wurde am Standort Tostedt der gesamte Mitarbeiter- und Beschäftigtenstamm in eine kombinierte Schulung, individuelle Beratung, Training und Gefährdungsbeurteilung einbezogen. Zu den Sofortmaßnahmen zählten: Einstellungen von Tisch und Stuhl, Fußstützen, Anpassung von Beleuchtungssystemen, Neuanordnung von Arbeitsmitteln, praktikable Ausgleichsübungen am Arbeitsplatz. Alle Maßnahmen wurden protokolliert und in einem Maßnahmenplan dargestellt, ausgewertet und letztlich in einer dritten Projektstufe der Geschäftsführung präsentiert. In der vierten Projektphase wird die Pflege dieses Maßnahmenplans und die kontinuierliche - insbesondere - verhaltensbezogene Sensibilisierung für physisch optimierte Bewegungen und Haltungen durch eine externe Physiotherapeutin (mit Zusatzausbildung zum ErgoPhysConsultant) fortgeführt. Im Dezember 2006 ist eine Stichprobenerhebung geplant, um die Wirkung des Maßnahmenpaketes auf die Mitarbeiter und die behinderten Beschäftigten zu ermitteln.

Auslösendes Ereignis

Steigende Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern (Arbeitnehmer wie Gruppenleiter, Fachpersonal für die Querschnittsaufgaben) über hohe Fluktuation, schlechte Motivation und vor allem Klagen über Rückenbeschwerden waren der Anlass, sich im Arbeitsschutzausschuss gezielt mit möglichen Ursachen und Interventionen zu beschäftigen. Durch die Sifa-Ausbildung bei der BGW hatte die Fachkraft für Arbeitssicherheit bereits einen ganzheitlichen Zugang zum Thema gewonnen und wusste, dass die spezifische Fragestellung zur Ergonomie vor allem im Hinblick auf verhaltensbezogene Verbesserungspotenziale durch physiotherapeutischen Sachverstand begleitet werden müsste. Deshalb wurde ein Projekt ins Leben gerufen, um einen kontinuierlichen Prozess zur Gesundheitsförderung zu starten und dies im Sinne des bereits angelaufenen Qualitätsmanagements zu gestalten.

Ziel

Ziel der Aktivitäten ist eine nachhaltige Verbesserung des Gesundheitszustandes, der Leistungsbefähigung und der Produktivität in der Einrichtung. Die Verbesserung der Produktivität wird gemessen an: höheren Stückzahlen (z. B. mehr Leuchten werden verpackt als bisher), an höherer Qualität (z. B. Konzentrationsfehler wie falsches Bekleben werden reduziert) und höhere Anwesenheitsquote (Fluktuation wird vermindert). Die Beschäftigten sollen befähigt werden, selbst einen Teil für ihre Gesundheit in Eigenverantwortung wahrzunehmen. Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt sollen auf die anderen Standorte übertragen und kontinuierlich umgesetzt werden. Die Dokumentation soll integraler Bestandteil des neuen Qualitätsmanagements im Betrieb werden

Lösungsweg

Referentin Ulrike Plönnigs erläutert die AnatomieIm Kontext mit dem Handlungszyklus aus der Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit (Fachaufsichtsschreiben 2001) wurde folgende Projektplanung rgestartet:
1. Meilenstein = Führungskräftetraining, Schulung im Bezug auf ergonomische
Anforderungen und Möglichkeiten vom 08. – 09.03.06; Status: Abgeschlossen
2. Meilenstein = Training und Sensibilisierung der Beschäftigten in fünf Bereichen der Lebenshilfe Tostedt;
2.1 42 Einzelberatungen (ausgewählte Personen) und Dokumentationen möglicher Gesundheitsrisiken von Beschäftigten, Einbindung der betroffenen Gruppe, in der die ausgewählte Person arbeitet (Ziel: 90% aller Beschäftigten); 13 Einzelberatungen und individuelle Interviews auf Basis des Screening Gesundes Arbeiten , eine Methode zur Erfassung physischer, psychischer und physikalischer Belastungen (SGA, TU Dresden - Thematischer Initiativkreis Körper, Geist & Arbeit - INQA-ganzheitliche Prävention).
2.2 Maßnahmenplan: Bewertung der Ergebnisse, wissenschaftlicher und rechtskonformer Abgleich, gemeinsam erarbeitete Gestaltungsempfehlungen.
2.3 Abschlussbericht und Präsentation am 29. oder 30. Mai 2006 in Lüneburg, Bessemer Straße.
3. Meilenstein = Fortsetzung der Sensibilisierung bei allen anderen zugänglichen Beschäftigten und Mitarbeitern bis 15. Dezember 2006 sowie Auswertung der Maßnahmen; 10 x 3stündige Betreuung und Beratung durch externe Physiotherapeutin.
3.4 Abschlussgespräch zum 15.12.06 mit einer Bewertung der Nachhaltigkeit und
Wirkung der Maßnahme.Ermitteln der Sitzhöhe für "große" Leute

 

Abb.: Zeigt einen Workshop im Berufsbildungsbereich zur Feststellung unterschiedlicher Sitzhöhen der Beschäftigten:

 

 

 

 

 



Erfolg

Die Unterweisung über mögliche Gesundheitsgefährdungen durch mangelhafte Ergonomie oder unvorteilhaftes Bewegungsverhalten, fehlerhafte unphysiologische Haltungen konnte vollständig für alle behinderten Beschäftigten und Mitarbeiter abgeschlossen werden. Die Quote von 90% - erreichten Personen der Zielgruppe wurde erfüllt.

Mal anders sitzen!  Als Sofortmaßnahmen wurden in allen 11 Gruppen, inklusiv im Garten- und      Landschaftsbau Arbeitsmittel ergonomisch angepasst. Fußstützen, Tische und Stühle wurden wieder funktionsfähig gemacht, Arbeitsmittel aus dem dritten in den ersten und zweiten Greifraum verlagert. Das Thema Lärm durch Menschen erfuhr besonderer Aufmerksamkeit. Mit Hilfe der Lärmampel (OrgDelta) sowie begleitender fachdidaktischer und pädagischer Maßnahmen erhielten die Gruppenleiterinnen und -leiter ein Instrument, mit dem tatsächlich die Lautstärke in den Gruppen dauerhaft reduziert wurde. Dabei wurde die Lärmampel mindestens drei Tage in einem Gruppenraum plaziert.

Der Erfolg zeigte sich auch dadurch, dass beispielsweise in den Gruppen, in der die Lärmampel gestanden hatte, die Behinderten sich gegenseitig erzogen:"Wenn du weiter so laut bist, hole ich die Lärmampel!" Weitere Erfolge waren entspanntere Gruppenleiterinnen und -leiter, wie in den wöchentlichen Gruppenleitergesprächen befunden wurde.



Weiterführende Informationen

Kopiervorlagen Checklisten für Ergonomie-Analyse

Betrieb

Betriebsname:Lebenshilfe Lüneburg gGmbH
Straße:Vrestorfer Weg 1
PLZ:21339
Ort:Lüneburg
Internetadresse:lebenshilfe-lueneburg.de
Betriebsgröße:250 bis 999 Beschäftigte
Gründungsjahr:1986
Wirtschaftssektor:Verarbeitendes Gewerbe

Betriebliche(r) Ansprechpartner/in

Name:Joachim Grewatta
Funktion:Fachkraft für Arbeitssicherheit
Telefon:04131 30 18 57
Fax:04131 18 57 0
E-Mail:fasi@lebenshilfe-lueneburg.de

Berater/in

Firma/Institution:Ergonomiecampus, Diekholzen
Name:Hildegard Schmidt
Telefon:05121 / 26 55 76
Fax:05121 / 26 26 82
E-Mail:info@ergonomiecampus.de
Internetadresse:http://www.ergonomiecampus.de

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Gestaltungsbereich:

Arbeitsschutzorganisation, Arbeitsmittel und Arbeitsumgebung

Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Optimierung der Arbeitsplätze zugunsten der Beschäftigten, aber auch zur Steigerung der Produktivität (Lärm, Staub, Reinigungsmittel, Hebehilfen, verstellbare Arbeitstische, Absicherung, Ergonomie etc.).




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