Nach erhöhten Krankenstandszahlen wollte das Unternehmen eine Verbesserung herbeiführen. Durch die Organisierung eines betrieblichen Gesundheitsförderungsprojektes, wurde dieses Ziel rasch erreicht und es verbesserte so auch noch das Arbeitsklima im Unternehmen.
Auslösendes Ereignis
Als 1999 ein hoher Krankenstand bei einer wirtschaftlich schlechten Ertragslage der Firma Hänsel zu schaffen machte, entschloss sich das Textilunternehmen, auf Hilfe von außen zu setzen. Gemeinsam mit Unternehmenberatern und der AOK Märkischer Kreis suchte man nach Lösungen.
Ziel
Die Gesundheitsquote der Mitarbeiter sollte erhöht und das Arbeitsklima sollte verbessert werden. Mit Unterstützung von Unternehmensberatern und Gesundheitsexperten der AOK Märkischer Kreis erstellte man bei Hänsel unter Beteiligung der Mitarbeiter (Betriebsrat, Vertreter aus verschiedenen Abteilungen etc.) ein integriertes Modell zur betrieblichen Gesundheitsvorsorge, das die Ausgangslage verbessern sollte.
Lösungsweg
Ein ganzes Paket von Maßnahmen, das ein paritätisch gebildeter Ausschuss zur betrieblichen Gesundheitsförderung geschnürt hatte, sollte umgestzt werden. Die Schichten der Mitarbeiter wurden optimiert, Führungskräfte bekamen Schulungen über Krankheitsursachen, Mitarbeiter erhielten finanzielle Zuschüsse für die Teilnahme an Fitnessprogrammen. Mit ihrem Schlaganfallmobil informierte die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe über Warnsignale und Therapiemaßnahmen. Auch gab es Verhaltensschulungen für belastende Arbeiten, Rückentrainings, Workshops und Kurse für aktives Sitzen an Büroarbeitsplätzen.
Von den rund 250 Beschäftigten bei Hänsel sind im Durchschnitt etwa 40 Prozent ausländischer Herkunft. Um das Projekt allen verständlich zu machen, hat eine Auszubildende die AOK-Broschüren in die türkische Sprache übersetzt.
Der Altersschwerpunkt bei Hänsel liegt zwischen 25 und 50 Jahren, was immerhin 65 Mitarbeiter sind älter als 50 Jahre, was für eine niedrige Fluktuation spricht.
Erfolg
Der Erfolg, wie die Zahlen belegen, spricht eine klare Sprache. Die Fehlzeiten gingen zu Beginn des Projektes um 50 Prozent zurück und auch die Arbeitsunfälle nahmen ab. Das Projekt hat auch im Betrieb das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Stimmung ernorm verbessert, sicherlich auch dank des betrieblichen Vorschlagswesens, das mit Hilfe eines Patensystemes auch Beachtung findet. Dadurch, dass die Mitarbeiter enger ins Vertrauen gezogen werden, läuft auch die Miteinander-Kommunikation viel besser.