Das Werk Weiherhammer ist ein Traditionsunternehmen mit 360 Mitarbeitern, gegründet in 1826, dass sich auf die Produktion von Glaserzeugnissen spezialisiert hat. Im Rahmen des aktiven Gesundheitsmanagements wurde ein Gesundheitszirkel zur Betrieblichen Gesundheitsförderung eingerichtet. Dies war nötig, weil die Geschäftführung die Überalterung im Unternehmen als ein Risiko für eine kontinuierliche Leistungsbefähigung erkannte. Der Altersdurchschnitt liegt bei 45 Jahren. Der besonders anstrengende Bereich GBM Verpacken und Verladen sollte deshalb mit 25 älteren Beschäftigten als Pilotprojekt und Erfahrungsplattform dienen.
Im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung wurde ermittelt, dass sich lediglich 8% aller Beschäftigten gesund fühlten; 92% häufig oder immer Rückenbeschwerden hatten. Hierbei vor allem in folgenden Körperregionen:
59% im Schulter-Nackenbereich,
64% im unteren Rücken und
55% in den Beinen.
Das Projektteam bestand aus der Geschäftsführung, dem Arbeitsschutzausschuss, einem externen Psychologen, dem Betriebsrat sowie der externen physiotherapeutischen Arbeitsplatzberaterin Susanne Weber, die auch gleichzeitig die fachliche Leitung innehatte.
Im Gesundheitszirkel wurde der Stand des Gesundheitsstatus ermittelt und diskutiert. Aufgrund der vorläufigen Analyse wurde eine zusätzliche Mitarbeiterbefragung durchgeführt. In Konsequenz daraus wählte das Unternehmen, Werk Weiherhammer, die Abteilung GBM Verpacken und Verladen, um hier zunächst zu erproben, welche Gesundheitsförderungsmaßnahmen sinnvoll sind.
Zu den Projektschritten zählten folgende Elemente:
Informationskampagne: Erste Sensibilisierungsmaßnahme durch einen Aktionstag. Hier bot die externe ErgoPhysConsultant Susanne Weber ein Wahrnehmungstraining mit der Medimouse an. Mit Hilfe der Medimouse erkannte jeder Proband, welche Körperhaltung er zur Zeit einnahm und welche Körperhaltung für ihn sinnvoller gewesen wäre. Dies wurde auf einem Pass visualisiert. Zur Informationskampagne gehörte auch eine Art Wettbewerb, in dem die Mitarbeiter motiviert wurden, für sich eine bessere Wahrnehmung für eine gesunde Haltung und eine höhere Mobilität zu erzielen. Die Physiotherapeutin konnte den Erfolg mit der Medimouse überprüfen.
Durchführungsphase: Vor der regulären Pause führen die Mitarbeiter in jeder Schicht eine 10minütiges Bewegungsprogramm durch. Unter Anleitung - zunächst noch von Extern, später durch den jeweiligen Vorgesetzten - erfolgen Dehnübungen und kleine griffige Übungen, wie die Durchführung des Moving-Konzeptes. Moving besteht grundsätzlich aus vier einfachen Übungen, die innerhalb 1 - 2 Minuten von jedem bewältigt werden können.
Die Zufriedenheit des Projektes Pilkington aktiv wurde anhand eines Fragebogens ermittelt. 94% der MA äußerten sich mit den Maßnahmen zufrieden.
Fast 20% der MA haben weniger Beschwerden und 25% haben keine Beschwerden mehr! Also eine deutlich positive Veränderung im muskulären Belastungen.
Die Geschäftsführung hat sich selbst intensiv um die Meinung der betroffenen Mitarbeiter gekümmert, war ernsthaft am Projektverlauf und an den Ergebnissen interessiert.
Dieses Interesse war ein wichtiger Erfolgsfaktor für das Projekt, dass nun in eine regelmäßige Gesundheitsförderung übergehen wird.
Der Nutzen für die Teilnehmergruppe zeigte sich in einer deutlicheren Veränderung im Bereich des Verhaltens, dass durch eine Mitarbeiterbefragung ermittelt wurde:
Die MA sind sensibilisiert auf ihr eigenes Verhalten und führen auch kleine Bewegungseinheiten selbstständig in ihrer Freizeit durch wie z.B. ein Mitarbeiter berichtete, dass er immer beim Rauchen seine Zigarette Schulterübungen mit einbaut und ein weiterer am Abend mit seiner Frau einzelne Übungen zusammen durchführt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl auf der Ebene der Verhältnisprävention als auch auf der Verhaltensebene deutliche Fortschritte erreicht wurden.
Auf der Verhaltensebene wurde im Projekt die Eigenverantwortung gestärkt, die MA sensibilisiert für ihre eigene Gesundheit, die Beweglichkeit der WS erhöht und die körperlichen Beschwerden reduziert.
INQA Informationen des Thematischen Initiativkreises INQA-Demografischer Wandel
Königreich Arbeitsplatz Arbeitsgemeinschaft zur Förderung verhaltens- und verhältnisbezogener Verbesserungen am Arbeitsplatz
Betrieb | |
| Betriebsname: | Pilkington Holding GmbH |
| Straße: | Alfredstraße 236 |
| PLZ: | 45133 |
| Ort: | Essen |
| Internetadresse: | www.pilkington.com/europe/germany/ |
| Betriebsgröße: | 1000 und mehr Mitarbeiter |
| Gründungsjahr: | 1826 |
| Wirtschaftssektor: | - Glas, Glaswaren und Keramik sowie Verarbeitung von Steinen und Erden |
Betriebliche(r) Ansprechpartner/in | |
| Name: | Thomas Braun |
| Funktion: | HR Manager, Werk Weiherhammer |
| Telefon: | 09605 182 20 |
| Fax: | 09605 182 04 |
| E-Mail: | |
Berater/in | |
| Firma/Institution: | Impuls! |
| Name: | ErgoPhysConsult Susanne Weber |
| Telefon: | 0172 262 75 65 |
| Fax: | 0941 399 63 73 |
| E-Mail: | |
| Dauer der Maßnahme: | von 03.07 bis 11.06 |
