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DSG Deutsche Seniorenstift Gesellschaft mbH & Co. KG

7/7-Arbeitszeitmodell für mehr Work-Life-Balance in der stationären Altenpflege

Gestaltungsbereich: Work-Life-Balance

Zusammenfassung

Ständig wechselnde Dienstzeiten, Einspringen bei Mitarbeiterausfällen und schlechte Planbarkeit der Freizeit – so sehen nicht selten die Arbeitsbedingungen in der Pflege aus. Um für unsere Pflegekräfte mehr Work-Life-Balance zu schaffen und damit auch die Qualität der Pflege zu verbessern haben wir ein ganz neues Arbeitszeitmodell entwickelt.

Auslösendes Ereignis

In unserem Pflegewohnstift Hönow hat es zuvor eine 5,5-Tage-Woche und drei Schichten gegeben. Mitarbeiterumfragen hatten ergeben, dass viele Pflegekräfte mit der Dienstplansituation unzufrieden waren. Der Anstoß, die Arbeitszeiten neu zu regeln, kam von den Mitarbeitern – die Heimleiterin Melanie Schubert hat den Ball aufgegriffen und sich mit Alternativen auseinandergesetzt.

Ziel

Ziel war es, den Pflegekräften die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und einen möglichst stressfreien Arbeitsalltag zu ermöglichen. Wir wollten die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter erhöhen und damit auch bessere Bedingungen für die Senioren unserer Pflegeheime schaffen.

Lösungsweg

Das neue 7/7-Arbeitszeitmodell wurde ab dem 1. Oktober 2010 in einem dreimonatigen Test auf seine Praxistauglichkeit geprüft. Im Anschluss durften die Mitarbeiter in einer geheimen Abstimmung entscheiden, ob sie bei dem 7/7-Modell bleiben oder zum alten Arbeitszeitmodell zurückkehren wollen. Nachdem die überwiegende Mehrheit sich dafür entschieden hatte, wurde das neue Modell dauerhaft eingeführt.

So verhält es sich mit dem 7/7-Arbeitszeitmodell im Detail:

Die langen Dienstphasen bringen durchaus persönliche Einschränkungen mit sich. Dem gegenüber steht jedoch die volle freie Verfügbarkeit über die nachfolgende Woche. Diese dient der Erholung – die Mitarbeiter widmen sie der Familie, persönlichen Interessen und Freizeitaktivitäten. Umfragen bei unseren Mitarbeitern haben ergeben, dass diese dem Erholungsfaktor in den Freiwochen einen höheren Stellenwert beimessen als der Mehrbelastung während der Dienstzeiten. Einspringen außer der Reihe ist nicht vorgesehen, und wenn, nach Möglichkeit am administrativen „Dokumentationstag“.

Unsere Pflegekräfte in Hönow schätzen die hohe Planbarkeit: Durch das neue Arbeitszeitmodell ist jedem im Voraus bekannt, wie das gesamte Jahr über seine Dienstzeiten liegen. Besonders familienfreundlich ist, dass durch Kombinationen von zwei dienstfreien Wochen mit einer Urlaubswoche dreiwöchige Urlaube realisierbar sind – und das gleich mehrfach im Jahr.

Erfolg

Dank der langen Arbeitstage lassen sich die Aufgaben besser über den Tag verteilen. So gibt es weniger Zeitdruck und Stresssituationen. Da die übliche Mittagsübergabe entfällt, sind Beschwerden über nicht weitergegebene Informationen um 90 Prozent zurückgegangen. Zudem reduzieren sich für die Mitarbeiter die Wegekosten durch die reduzierte Anzahl der jährlichen Arbeitstage.

Die Krankenständeentwicklung verbesserte sich: Die Zahl der Ausfalltage reduzierte sich direkt nach Einführung des neuen Modells. Da ausreichend Zeit und Ruhe für die Dokumentation der Pflege zur Verfügung stand, nahm die Qualität zu. Bewohnern und Angehörigen war durch die längeren Anwesenheitszeiten der Pfleger möglich, aufkommende Probleme direkt zu klären. So nahmen die Beschwerden ab. Generell verbesserte sich das Verhältnis zwischen Bewohnern und Pflegekräften merklich: Die höhere Zufriedenheit unter den Mitarbeitern und die längere Anwesenheit rücken die menschlichen Aspekte der Betreuung in den Vordergrund.

Für den Arbeitgeber ist die Dienstplangestaltung nach Einführung des neuen Arbeitszeitmodells viel leichter. Die Zeiten lassen sich per Rahmendienstplan das gesamte Jahr durchplanen. Die jeweilige Pflegedienst- oder Wohnbereichsleitung plant nur noch die „administrativen Tage“ sowie die Urlaubstage. Zu 85 bis 90 Prozent müssen die freigegebenen Dienstpläne nicht mehr verändert werden.

Weiterführende Informationen

Das 7/7-Arbeitszeitmodell ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Ein solches Modell muss sich an den Bedürfnissen und dem Lebensmodell der Mitarbeiter orientieren. Daher nehmen wir nach wie vor kleinere Anpassungen vor – zum Beispiel für Teilzeitkräfte. Generell haben wir mit diesem Modell jedoch sehr gute Erfahrungen gemacht und sehen darin eine Chance, die Arbeitsbedingungen in der Pflege maßgeblich zu verbessern. Daher legen wir es anderen Pflegeheimbetreibern wärmstens ans Herz, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Pflege zu verbessern.

Der Leitfaden mit Umsetzungstipps für die eigene Einrichtung steht zum Download bereit unter: http://www.deutsche-seniorenstift.de/Arbeitszeitmodell.php

Betrieb

Betriebsname:DSG Deutsche Seniorenstift Gesellschaft mbH & Co. KG
Straße:Misburger Straße 81d
PLZ:30625
Ort:Hannover
Internetadresse:www.deutsche-seniorenstift.de
Betriebsgröße:1000 und mehr Beschäftigte
Gründungsjahr:2006
Wirtschaftssektor:Gesundheits- und Sozialwesen

Betriebliche(r) Ansprechpartner/in

Name:Thomas Weiß

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