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Wilhelm Kirchhoff GmbH

Arbeitszeitmodell hilft gegen Konjunkturschwankungen

Gestaltungsbereich: Arbeitszeit

Zusammenfassung

Auftragsschwankungen gab es im Betrieb schon immer. Die Firma wuchs 30 Jahre lang kontinuierlich - bis vor vier Jahren. Da brach der Umsatz ein. Um niemanden zu entlassen, musste das Unternehmen eine Alternative zu Kurzarbeit und Überstunden finden. Es wurde ein Arbeitszeitmodell mit Funktionszeiten und Ampelkonten eingeführt, Entscheidend dabei war, dass die Kolleginnen und Kollegen ihre Zeitkonten selbst verwalten konnten. Das neue Arbeitszeitmodell mit Ampelkonto verschaffte auch den Mitarbeitern mehr Lebensqualität. Wenn man zum Arzt muss oder zu den Behörden, nimmt man sich jetzt einfach ein paar Stunden aus meinem Arbeitszeitkonto. Man muss nicht mehr alles nach Feierabend erledigen. Außerdem freut sich die Familie, wenn der Urlaub durch den Abbau von Überstunden etwas verlängert werden kann. Dafür nimmt man die Mehrarbeit im Herbst gerne in Kauf.

Auslösendes Ereignis

Auftragsschwankungen gab es im Betrieb schon immer. Im Frühjahr werden im Baumarkt Gartenmöbel und Blumen gekauft, erst im Herbst und Winter wieder Armaturen und Sanitärbedarf. Deswegen waren aber im Unternehmen, das Baumärkte mit Installationsbedarf beliefert nie Arbeitsplätze bedroht. Ganz im Gegenteil: Die Firma wuchs 30 Jahre lang kontinuierlich - bis vor vier Jahren. Da brach der Umsatz ein. Die Konjunkturschwäche hatte auch die Baumärkte erreicht. Während Heimwerker früher alle fünf Jahre Küche und Bad renovierten, tauschen sie heute nur noch durchschnittlich alle acht Jahre Wasserhähne, Siphons und Schläuche aus wie aus einer Marktstudie hervorging. Die ersten Flauten wurden mit unbezahlter Kurzarbeit überbrückt. Doch die Tendenz blieb auch wenn gehofft wurde das diese Flaute sich bald wieder ändern würde. Die Aufträge gingen zurück.

Ziel

Das Unternehmen musste sich etwas einfallen lassen, um die rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten. Denn die Kosten waren enorm. Zumal der Betrieb erst vor acht Jahren neue Hallen bezogen und ein modernes, computerunterstütztes Logistiksystem eingeführt hatte. Auf über 7000 Quadratmetern lagern, verpacken und kommissionieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heute mehr als 28.000 verschiedene Artikel vom Brauseschlauch bis zur Wasseruhr. Um niemanden zu entlassen, musste das Unternehmen eine Alternative zu Kurzarbeit und Überstunden finden.

Lösungsweg

Gemeinsam mit der landesgeförderten Arbeitszeitberatung entwickelte die Wilhelm Kirchhoff GmbH ein neues Arbeitszeitmodell mit Funktionszeiten und Ampelkonten. Wenn die Arbeitsbelastung im Herbst und Winter größer wird, können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt mehr Stunden arbeiten und auf einem Arbeitszeitkonto ansparen. Bei geringerer Belastung entnehmen sie die Stunden wieder, erklärt Jochen Aron. Bis zu 50 Plus- und 30 Minusstunden dürfen die Kolleginnen und Kollegen auf dem Konto ansammeln. Funktionszeiten machen das möglich. Denn es gelten nicht mehr die starren Kernarbeitszeiten von 6 bis 14.30 Uhr. In der Warenannahme können Beschäftigte jetzt zwischen 6 und 20 Uhr arbeiten, in der Kommissionierung und dem Versand zwischen 6 und 16.30 Uhr, je nach Bedarf und persönlichem Interesse.

Erfolg

Entscheidend dabei ist, dass die Kolleginnen und Kollegen ihre Zeitkonten selbst verwalten können. Wann und wie viel sie frei nehmen, um ihre Überstunden abzubauen, bestimmen die Mitarbeiter eigenverantwortlich. Zumindest in der grünen Phase des Ampelkontos ist das der Fall. Mit bis zu 16 Überstunden oder acht Minusstunden spricht der Mitarbeiter lediglich mit seinem Abteilungsleiter ab, wann die Stunden abgefeiert oder nachgeholt werden. In der gelben Phase, in der der Mitarbeiter bis zu 25 Überstunden angesammelt hat, schaltet sich der Betriebsleiter ein. Sollten einmal bis zu 50 Überstunden oder 30 Minusstunden auf dem Konto stehen, werden gemeinsam mit Personalabteilung und Geschäftsleitung individuelle Lösungen gesucht, um die Arbeitszeit auszugleichen. Die neue Regelung ist in der Belegschaft gut angekommen. Früher haben sich die Mitarbeiter kaum über ausbezahlte Überstunden gefreut. Beispielsweise bei Steuerklasse fünf gab das enorme Abzüge.Den größten Teil ihrer Mehrarbeit kassierte das Finanzamt, wie bei den meisten anderen im Betrieb. 85 Prozent der Belegschaft sind Frauen. Für sie bedeutet das neue Arbeitszeitmodell mit Ampelkonto mehr Lebensqualität. Wenn man zum Arzt muss oder zu den Behörden, nimmt man sich jetzt einfach ein paar Stunden aus meinem Arbeitszeitkonto. Man muss nicht mehr alles nach Feierabend erledigen. Außerdem freut sich die Familie, wenn der Urlaub durch den Abbau von Überstunden etwas verlängert werden kann. Dafür nimmt man die Mehrarbeit im Herbst gerne in Kauf.

Betrieb

Betriebsname:Wilhelm Kirchhoff GmbH
Straße:Langer Brauck 25
PLZ:58640
Ort:Iserlohn
Internetadresse:www.kirchhoff-sanitaer.de
Betriebsgröße:50 bis 249 Beschäftigte
Gründungsjahr:1970
Wirtschaftssektor:Verarbeitendes Gewerbe

Betriebliche(r) Ansprechpartner/in

Name:Jochen Aron
Funktion:Betriebsleiter
Telefon:02371 - 943-0
Fax:02371 - 943-130
E-Mail:info@WilhelmKirchhoff.com

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Gestaltungsbereich:

Arbeitszeit

Maßnahmen zur Um- und Neuorganisation von Arbeitszeiten zum Wohl der Mitarbeiter und zur Verbesserung der Produktivität (Arbeitszeitmodelle, Ampelkonto, Schichtarbeit etc.).




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